Eine Reise nach
Costa Rica
Was man wissen sollte
Was man beachten sollte
Was man unbedingt sehen sollte
Was man vermeiden sollte
Da ich in der vergangenen Zeit immer wieder E-mails erhalte, in denen mich die Leute nach Reiseinformationen zu Costa Rica fragen, habe ich mich entschlossen, eine spezielle Seite zu diesem Thema zu gestalten.
Das kleine, herrliche Reiseland lädt zu jeder Jahreszeit zum Besuch ein. Lediglich an der Atlantikseite, der Karibik Costa Ricas, ist es fast das ganze Jahr hindurch gleichmäßig feucht und heiß. Die Niederschläge hier sind gleichbleibend stark und langanhaltend, doch glücklicherweise beschränkt sich der Regen meist auf die Nacht oder den ohnehin oftmals zu heißen Mittag, so daß er hier für willkommene Abkühlung sorgt.
Nützliche Infos
~ leihen Sie sich ein Allrad-Fahrzeug für Ihren Aufenthalt aus! Sie werden es benötigen, wenn Sie alle verborgenen Schönheiten des Landes kennenlernen wollen. Teilweise ist ein Vorankommen in manchen Gegenden nur so möglich.
~ nehmen Sie sich auch wärmere Kleidung mit. Eine dichte Windjacke und ein Baumwoll-Pullover sind für das Hochland (z.B. Monteverde) an manchen Tagen sinnvoll. Hier pfeift der Wind schon manchmal recht heftig, noch dazu, wenn ein tropisches Unwetter naht.
~ Hotels, Pensionen, Lodges und Cabinas (die einfachen Zimmer) sind fast überall sauber, ordentlich und, vorallem in der Nebensaison, recht preiswert. Sollten Sie mehrere Tage an einem Ort bleiben wollen (und das werden Sie wollen, so hat es die Erfahrung gezeigt), können Sie mit dem Hotelier einen Festpreis für die komplette Zeit aushandeln, das kann bares Geld sparen. Achten Sie unbedingt auf die Unversehrtheit der Moskitonetze vor den Außenfenstern! Vorallem, wenn es im Ort viele große Pfützen, Regenlöcher, Tümpel o.ä. gibt (ich erlebte das in Carara, wo der halbe Ort unter Wasser stand und so derart viele Mücken umherflogen, das man abends fast nicht mehr ohne lange Kleidung und mit Autan eingeschmiert spazierengehen konnte).
~ Verhalten Sie sich bei Urwaldwanderungen unbedingt wie folgt (Sie werden sehen, welchen Erfolg das bietet):
- bewegen Sie sich ruhig und langsam
- vermeiden Sie es, Wanderlieder zu singen oder laut zu rufen
- schauen Sie auch unbedingt nach oben in die Baumkronen, dort spielt sich das meiste Leben ab
- kleiden Sie sich in "Erdtönen", also grün, braun, beige usw. (allerdings kann ein rotes T-Shirt auch schon einmal hervorragend Kolibris anlocken!)
- suchen Sie nach Blüten der Helikonien-Pflanzen. Dort tummelt sich so manches. Vorsicht aber hier vor Lanzenottern (Bothrops/Bothriechis, hochgiftig)! Auch diese wissen den "Lockpunkt" Helikonie zu schätzen (fangen dort Kolibris, Fledermäuse usw.).
- besonders nach Regenschauern am Nachmittag sind auf dem feuchten Urwaldboden nicht selten die Pfeilgiftfrösche zu entdecken (Dendrobates, Phyllobates). Auch andere Tiere lieben die Kühle nach einem Regenguß und kommen dann wieder hervor.
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- schmieren Sie sich unbedingt auch die Ohren äußerlich mit Autan oder einem anderen Insektenschutzmittel gegen Moskitostiche ein. Viele vergessen das!
- kontrollieren Sie morgens ihre Schuhe und/oder Stiefel, vorallem in den ländlichen Regionen. Nicht selten erlebte ich schon Treiberameisen und Skorpione darin.
- sollte eine Treiber-/Wanderameisen-Straße gerade durch Ihr Hotelzimmer ziehen, stören Sie den Weg auf gar keinen Fall! Niemals mit dem Besen o.ä. die Ameisen aufscheuchen! Sollten die Tierchen den Kontakt zueinander verlieren, verteilen sie sich in alle Richtungen und dies kann den Raum erst einmal unbewohnbar machen. Ich erlebte in der Karibikregion einen Fall, wo die Kolonie zum offenen Fenster herein-, und zur Türe herauslief!
- Gehen Sie in der Dunkelheit ruhig einmal zu Straßenlaternen oder Hotellampen hin: Nicht selten finden sich hier skurille Insekten ein und auch deren Jäger (Frösche, Kröten, Echsen, Eulen und andere nachtaktive Vögel und Fledermäuse). Ich habe schon auf diese Weise pro Abend/Nacht bis zu 50 verschiedene Arten von Insekten und Spinnen vorgefunden.
- Gummistiefel haben sich bei unseren Wanderungen immer bewährt. Imprägnierte Bundeswehrstiefel ebenso. Dagegen haben sich Ponchos (aus Kunststofffaser, faltbar, billig) nicht bewährt, da man sich wirklich zu Tode schwitzt, selbst, wenn es in Strömen regnet. Ein kleiner Regenschirm ("Knirps") erfüllt den gleichen Zweck und läßt Luft an den Körper (auch wenn es etwas komisch aussieht).
- fahren Sie bitte nicht in der Dunkelheit die Strecke San José - Karibikküste (ca. 4 Stunden)! Die Straße ist extrem schlecht, steigt erst den Berg hoch (Braulio Carillo National Park), ist fast ständig von dichtem Nebel verhangen und weist u. U. stellenweise badenwannengroße Löcher auf. Kommt man das Gebirge wieder hinab, erreicht man schnell die atlantische Tiefebene, wo es weder Straßenlaternen, noch sonstige Beleuchtung zur Verkehrssicherheit gibt. In der Region Limon-Cahuita-Sixaola sitzen allabendlich die Menschen in der Dunkelheit auf den Straßen und die Fahrräder, die sehr viel benutzt werden, verfügen i.d.R. nicht über eine Lichtquelle! Auch ist Puerto Limon ein heißes Pflaster bei Nacht! Glücklicherweise ist die Straße jetzt (Stand 10/2000) hervorragend ausgebaut worden, sodaß man gut vorankommt.
- was sich lohnt:
-- eine Bootsfahrt auf dem Estrella/Karibikküste (auch gegen Abend, dann gute Chancen auf Kaimansichtungen, fragen Sie im "Aviarios del Caribe" der Familie Arroyo).
-- ein Gang über den "Skywalk" in Santa Elena/Hochland (besser bei trockenem Wetter, herrliche Aussicht auf das Kronendach von Hängebrücken aus). Schutzgebiet von Santa Elena ist sehr sehenswert; viele viele Kolibris.
-- ein Besuch im Schlangen-Zoo "World of Snakes" (El Mundo de las Serpientes) bei Grecia. Das Gelände liegt an einem Hügel (an dem übrigens auch Vogelspinnen wildlebend vorkommen) und ist teilweise überdacht (Regenschirm nicht vergessen). Der Zoo wird von Österreichern geleitet und bietet eine große Vielzahl von costaricanischen Schlangenarten in recht gut gestalteten Terrarien. Der Zoo züchtet auch und wildert wieder aus bzw. exportiert in alle Welt. Beeindruckend insbesondere sind die Freiland-Zuchtanlagen für große Boa-constrictor-Abgottschlangen am Fuße des Hügels.
-- Spitzkrokodile beobachten am Rio Tarcoles (von der Brücke aus, die die Hauptstraße nach Carara trägt).
-- in Carara durch das Schutzgebiet gehen (Hellrote Aras mit etwas Glück, Tukane und Kapuzineraffen, viele Schlangen und Blaue Morphofalter).
-- Manuel Antonio an der Pazifikküste: Traumhaftes Schutzgebiet! Riesige Schwarze und Grüne Leguane.
-- Manzanillo an der Atlantikküste: Sumpfgebiet mit reichhaltiger Schmetterlingsfauna und Giftschlangen (!). Herrliche Buchten reihen sich aneinander und verführen zum Sonnenbad. Die Buchten sind Hauptablagegebiete für die Eier der großen Meeresschildkröten.
-- den Zoo Ave in Alajuela bei San José ansehen. Kleiner, schmucker Zoo mit der ganzen Palette der Vogelfauna des Landes (wenn Sie keinen Quetzal im Hochland zu Gesicht bekommen haben), aber auch mit Reptilien, Säugern usw. Der Zoo ist schön parkähnlich angelegt und beteiligt sich an diversen Projekten im In- und Ausland (Zoo San Diego, USA).
-- Corcovado National Park, wenn er dann zugänglich ist. Oft herrscht Dengue-Fieber dort unten an der südlichen Pazifikküste nahe Panama und die Regierung schottet dann ab.
Für weitere Fragen stehe ich gerne zur Verfügung!
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