Stilpnochlora couloniana
Die Riesen-Blattschrecke aus der Neuen Welt

(phot. Dirk Eckardt)
Vor einiger Zeit erhielt ich Larven dieser atemberaubenden Insektenart von einem befreundeten Züchter. Auch ein paar Eier dieses Meisters der Tarnung legte er bei. Die Larven waren allesamt sehr klein, vielleicht etwa 4mm in voller Länge. Dennoch wiesen sie bereits da schon extrem lange Sprungbeine auf (in der Tat springen diese Insekten recht weit).
Die Art Stilpnochlora couloniana kommt von Florida bis Kuba vor und hat sich auch auf weiteren Inseln und benachbarten Festlandgebieten etabliert. Das voll erwachsene Insekt wird etwa 10cm lang und gleicht tatsächlich hervorragend einem grasgrünen Blatt (ist aber vor allem durch seine eher hochrückige, heuschreckentypische Form nicht zu vergleichen mit den Phasmiden der Gattung Phyllium, den "Wandelnden Blättern").
Ernähren lässt sich das bizarre Geschöpf sehr gut und einfach mit dem Laub von Brombeer-, Rosen- und Himbeerbüschen und nimmt auch Eichenblätter an. Im Winter sind erstere Futtergehölze aber entscheidend einfacher zu beschaffen. Mehrmals pro Woche kann man den luftig-hohen Behälter mit zimmertemperiertem Wasser besprühen.
Im Moment sind alle meine Riesenblattschrecken im Zoo Dortmund, im Amazonashaus (als Schautiere) untergebracht:

(phot. Dirk Eckardt)
Mit Erreichen des Adultstadiums werden die Riesenblattschrecken deutlich ruhiger und springen dann nicht mehr in wilder Panik umher, wie sie es als Jungtiere tun. Allerdings sind sie nun in der Lage, gewisse Strecken fliegend zurückzulegen!