Rothschildia jacobaeae, Walker

(phot. Internet)
Der südamerikanische Augenspinner
Weit in Südamerika verbreitet, bewohnt Rothschildia jacobaeae die verschiedensten Lebensräume. Man findet diesen beeindruckend schönen Nachtfalter in den Regenwäldern Ecuadors ebenso, wie auch in der Pampa Argentiniens. Von dort stammen auch die Tiere indirekt ab, die ich zur Zeit aufziehe (die Eltern schlüpften aus importierten Kokons). Früher war auch die Art jacobaeae der Gattung Attacus angegliedert, und tatsächlich erinnern diese Falter etwas an die großen Atlasspinner (Attacus atlas und andere), sind nur zierlicher.
(phot. D. Eckardt)
Die Eier, saturniden-typisch ähneln sie z.B. Hirsekörnern, wurden am 1. bzw. 2. März 2003 abgelegt. Nach 10-12 Tagen schlüpften die Raupen und erhielten sofort kleine Zweige vom Ligusterstrauch (s.u., wird auch als klassische Heckenbepflanzung verwendet).

(phot. D. Eckardt)
Die Raupen-Unterbringung erfolgt in der bewährten Art und Weise in einer Klarsichtdose, die u.a. auch unter der Bezeichnung "Mantisdose" im einschlägigen Handel zu beziehen ist. Hin und wieder lüftet man oder bastelt einen feinen Gazedeckel ein. Dieser muss allerdings sehr fein sein, denn die frischgeschlüpften Räupchen sind teilweise sehr klein (man kann auch gutes, festes Küchenpapier mit einem Gummiband als Deckel verwenden).

(phot. D. Eckardt)
Man sollte sehr auf Sauberkeit achten (wie bei allen Insektenzuchten), denn Unsauberkeit scheinen R. jacobaeae nicht gut zu vertragen. Das Bodensubstrat, z.B. einfaches Küchenpapier, ist regelmäßig zu wechseln. Hin und wieder sind die Futterzweige mit temperiertem Wasser einzusprühen. Da Ligusterzweige, sind sie einmal abgeschnitten, schnell die Blätter verlieren, sind sie ebenso regelmäßig auszutauschen. Rothschildia jacobaeae nimmt auch andere Futterpflanzen an. Liguster hat sich aber, da auch im Winter mehr oder weniger vorhanden, bewährt.
Bereits nach einigen Tagen des fortwährenden Fressens haben die Raupen ihre Körperfülle und -länge enorm vergrößert. Wie einige andere Arten auch, haben sie ein Jugendkleid, das sich in Farbe und Zeichnung im Laufe des Wachsens verändert.

(phot. D. Eckardt)
Die nachfolgenden Bilder zeigen weitere Entwicklungsstadien der jacobaeae-Raupen. Meiner Erfahrung nach wachsen die Raupen nicht so rasch, wie beispielsweise die von Actias selene (Zuchtbericht hier).

(phot. D. Eckardt)

(phot. D. Eckardt)
Es empfiehlt sich, die Raupen spätestens jetzt in geräumigere Behälter umzusetzen. Eine Temperatur von ca. 24-26°C (bei einer Luftfeuchtigkeit von ca. 70%) bekommt den Raupen sehr gut. Jetzt sollte man für eine gute Belüftung sorgen, z.B. durch das Überspannen des Behälters (ein Plastikterrarium reicht erst einmal aus) mit Küchenpapier.

(phot. D. Eckardt)
Erhalten die jacobaeae-Raupen genügend Wärme, Feuchtigkeit und stets frisches Grün, so wachsen sie relativ schnell: Die Raupe auf dem Bild unten ist ca. 4cm lang. Besonders ansprechend sind die rot-orangenen Tupfen auf den weichen Laufbeinchen. Der ebenso bunt gefärbte, aber verletzbare Kopf wird stets gut verborgen getragen. Jetzt sollte man sich, wie bei vielen Saturniiden-Raupen, vor den "Brennhaaren" vorsehen, die unangenehme Irritationen der Haut hervorrufen können.

(phot. D. Eckardt)

(phot. D. Eckardt)
In der Nacht zum Ostermontag 2003 hin ist es dann auch bei den Rothschildia jacobaeae so weit: Die ersten drei Raupen haben sich kunstvoll eingesponnen. Wie auch bei Actias selene zu beobachten war, hatten sie sich vorher etwas mehr gelblich gefärbt:

(phot. D. Eckardt)
Am 20./21. Mai 2003 schlüpften die ersten zwei (ein Paar) R. jacobaeae:


(phot. D. Eckardt)
...und kopulierten gleich in der ersten Nacht:

(phot. D. Eckardt)
Die Eiablage geschah kurze Zeit darauf, wobei die Gelege im gesamten Becken an den verschiedensten Stellen abgelegt wurden. Nach Absammeln, was sehr vorsichtig geschehen muss, da man die Eier auch leicht einmal zerdrücken kann, wurden die Eier auf feuchtem Küchenpapier bei etwa 25-26°C in einer kleinen Plastikdose mit Luftzufuhr gelagert. Nach etwa 10 Tagen schlüpften die ersten Babyraupen:

(phot. D. Eckardt)
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