Rothschildia lebeau forbesi

(phot. Kirby Wolfe)
Forbes´ Seidenspinner in der Zucht
Mitte 2006 erhielt ich Eier dieses schönen Nachtfalters aus Arizona und Nordmexiko über einen französischen Züchter. Er bot Eier zu einem erschwinglichen Preis über das Internet an, eine mittlerweile gängige Methode, an Lebendmaterial zu kommen.
Bereits nach wenigen Tagen schlüpften die winzigen Räupchen (leider nicht aus allen Eiern) und nahmen sofort bereitwillig Blätter des Ligusters (Ligustrum) als Futterpflanze an. Ich hatte bisher bei meinen Rothschildia-Zuchten mit dieser Futtersorte keinerlei Schwierigkeiten. Überdies halte ich ohnehin die Arten dieser Gattung als generell recht leicht halt- und züchtbar.
(phot. Dirk Eckardt)
Die Aufzucht der Raupen fiel genau in die Zeit, als wir sehr warme und sonnige Tage genießen durften. Dies führte auch zu recht hohen Temperaturen im Aufzuchtbehälter. Dieser war in unserem Wohnraum aufgestellt. Dementsprechend wuchsen die Raupen sehr rasch und vertilgten enorme Mengen Ligusterlaub. Es reichte in der Endphase der Zucht aus, die Zweige gegen Abend einzustellen und am nächsten Tag einfach gegen neue auszutauschen. Hin und wieder wurde mit zimmerwarmem Wasser besprüht.
(phot. Dirk Eckardt)
Die typisch geformten Seidenkokons lagerten so lange bei Zimmertemperatur, bis alle Raupen eingesponnen waren. Danach wurden die Kokons im Amazonashaus des Dortmunder Zoos in einem beschilderten Schlupfbehälter ausgestellt, um den Zoobesuchern einen kleinen Ausschnitt aus der Insektenfauna der Neuen Welt zu präsentieren. Tatsächlich interessieren sich gerade Kinder sehr dafür. Das Terrarium steht, eingebettet in die tropische Bepflanzung, im Erdgeschoss des Hauses, wo die Temperaturen selten über einen für die Raupen/Puppen u.U. kritischen Wert hinausgehen können. Infolge des Besatzes mit einer Vielzahl von freilebenden insektenfressenden Vögeln und Reptilien ist der Schlupf der Falter frei im Haus leider nicht möglich!
Ich ziehe es übrigens vor, die "Reuse", die den Faltern den Ausstieg aus dem Kokon ermöglicht, ein wenig mittels kleiner Schere ganz vorsichtig zu erweitern. So haben es die Falter später etwas einfacher!
In der Nacht zum 15.6.2006 schlüpften die ersten drei Falter, die sich glücklicherweise auch erfolgreich verpaarten. Aus den überall angeklebten, weißlichen Eiern schlüpften nach etwa 2 Wochen Jungraupen aus! Mittlerweile sind auch diese Raupen ihrerseits wieder verpuppt und so schließt sich nun wieder der Kreis!

(phot. Dirk Eckardt)