Hierodula patellifera

(phot. Dirk Eckardt)

Eine "typische" Mantide

Aus China und angrenzenden Ländern stammt Hierodula patellifera, eine, wie ich finde, ganz typische Gottesanbeterin, was Farbe und Körperform angeht (grasgrün und langgestreckt, dabei aber recht kräftig).

Die Gattung Hierodula hat einige ähnlich anmutende Arten hervorgebracht. Eine weitere häufig zu erhaltende Art ist übrigens H. membranacea.

Gottesanbeterinnen sind recht angriffslustig gegenüber ihresgleichen, daher unbedingt einzeln zu halten!

Die Haltung von patellifera ist recht einfach. Sie kommt mit Zimmertemperatur aus (mag es allerdings auch gerne etwas wärmer; so verwende ich z.B. 40W-Glühlampen als Licht- und Wärmequelle über meinen Terrarien für Gottesanbeterinnen), ist in den für die Mantidenhaltung üblichen Terrarien gut zu pflegen (gut belüftete, etwa 20x20x30cm große Becken mit Fronttür) und nimmt bereitwillig die herkömmliche Insektenkost an, d.h. lebend eingesetzte Grillen, Fliegen usw. werden erst aufmerksam beäugt, beobachtet und dann blitzartig gepackt. Mantiden sind Räuber:

(phot. Dirk Eckardt)

Täglich sprühe ich die Terrarien mit zimmerwarmem Wasser aus. Als Einrichtung verwende ich lebende Efeututenzweige und trockene Äste als Klettergerüst. Der Boden des Beckens ist mit stets feuchtem Sand gefüllt. Die Mantiden häuten sich, wie Phasmiden auch, mit dem Kopf nach unten hängend. Deshalb brauchen sie hohe Terrarien mit "Aufhängemöglichkeit"!

(phot. Dirk Eckardt)

Zur Zeit ziehe ich zwei Paare heran. Eines der Männchen vollendete kürzlich die Imaginalhäutung:

(phot. Dirk Eckardt)

Das geschlechtsreife Weibchen ist deutlich größer:

(phot. Dirk Eckardt)

 Vor einem Verpaarungsversuch sollte es gut gefüttert werden, doch selbst dann kann es immer wieder zu Zwischenfällen kommen. Im Bild unten ist zu erkennen, dass dem Männchen bei einem Paarungsversuch ein Grossteil des Vorderleibs bereits weggefressen worden ist. Dennoch macht der Hinterleib selbstständige Kopulabewegungen.

(phot. Dirk Eckardt)

Bei einem weiteren Paarungsversuch mit einem anderen Männchen klappte dann aber alles wie im Lehrbuch. Trotzdem sollte das Weibchen, vielleicht sogar während der Kopula, gut gefüttert werden:

 

(phot. Dirk Eckardt)

Am 8.6.2004 produzierte das Weibchen die erste Oothek:

 (phot. Dirk Eckardt)

Bereits einen Monat nach Herstellung der Oothek(en) schlüpften die Jung-Mantiden aus. Man kann sie noch eine Zeit lang zusammen halten. Als erste Nahrung dient Drosophila, die Obstfliege:

(phot. Dirk Eckardt)

Für den Insektenfan sind gerade die Mantiden eine willkommene Bereicherung des Tierbestands und bieten ungeahnte Entdeckungsmöglichkeiten.

(phot. Dirk Eckardt)

(Fortsetzung folgt)