Vitalius roseus
(Brasilien)
Kokonbau / Egg sac construction

Das Weibchen hat sich in ihre dicht mit Seidenstoff verschlossene Höhle zurückgezogen. Sie hat bereits einen festen Teppich aus Seide gesponnen, der später den Boden des Kokons darstellen wird. Die Seiten ihres Abdomens sind haarfrei. Das Weibchen spickt mit den abgestreiften Brennhaaren zum Schutz gegen Feinde die Außenhaut des Kokons.

Noch ist der Hinterleib, das Abdomen, prall mit Eiern gefüllt. Die Paarung fand am 2.11.2000 statt. Das Männchen wurde im Terrarium des Weibchens belassen und dort, nach etwa 8 Tagen Zusammenleben, von ihr als Beute angesehen und verspeist.

In der Nacht hat sie ihr Werk vollendet. Der vergleichsweise riesige Kokon (das Weibchen hat Mühe, ihn mit den Beinen komplett zu überspannen) kann an die 1000 Babys enthalten.

8 Wochen können nun ins Land ziehen, bis der Kokon schlüpft. Sollte alles glatt gehen, so wäre von dieser sehr selten gezüchteten südamerikanischen Theraphosinae der erste Bedarf wohl gedeckt. Durch die Kleinheit der Art ist allerdings mit sehr winzigen Jungspinnen zu rechnen!

Hier ist das Weibchen mit dem Kokon in der Vorderansicht zu sehen.

Am 11.3.2001 wurde der Kokon dem Weibchen weggenommen. Er enthält Larven des ersten Stadiums. Als angenommener Schlupftermin wurde der 23.3.2001 festgesetzt, also etwa 8 Wochen nach dem Bau des Kokons.

Am 21.3.2001 wurde der Kokon weiter mittels kleiner Schere geöffnet. Der Inhalt, Larven des 2. Stadiums und einige unbefruchtete Eier, wurde auf feuchtes Küchenpapier in eine sog. Heimchendose gegeben und an einen etwa 26°C warmen Platz gestellt.

Die "Ausbeute" der Vitalius-roseus-Nachzucht.

Hier wird die Kleinheit der noch unfertigen Jungspinnen deutlich.
(phot. Dirk Eckardt, 1/2001-3/2001)
Kurioses zu dieser speziellen Art: Trotz der absoluten Seltenheit dieser Vogelspinnen-Spezies im gesamten deutschsprachigen Raum war es mir nicht möglich, auch nur eine einzige Jungspinne an andere Halter/Züchter abzugeben! Das Interesse war, scheinbar durch Unkenntnis oder Verwechslung mit Grammostola rosea, gleich Null. Dies ist deshalb so verwunderlich, weil bis vor einigen Jahren gerade diese Art so heiß begehrt war (damals gab es auch noch keine mir bekannten Nachzuchten)!
Fazit: Bis auf 10 Individuen habe ich alle anderen Babyspinnchen an einen Zoo-Fachhandel verschenkt.
Something curious with this special species: Although this spider is absolutely rare in the entire german-speaking area, I was unable to sell/exchange even a single spiderling to other enthusiasts! This could be caused by unawareness of the majority of the keepers/breeders or because they thought it was Grammostola rosea. The interest was almost 0. This still is so curious, as the spider was much sought after just a few years ago (without any reproduction cases, as far as I know)!
...and I decided to offer all but 10 individuals as a gift to a pet shop nearby.